Auftakt gelungen!

Bislang war Siegen bekannt als Geburtstadt des Barockmalers Peter Paul Rubens, als Standort des kleinsten Beatles-Museum der Welt und als Antwort auf üble Flachwitze a lá “Was ist schlimmer als verlieren?”. Doch nun ist die Uni-Stadt im Süden Nordrhein-Westfalens um mindstens einen Wikipedia-Eintrag reicher, denn letztes Wochenende ging hier die Weltpremiere der Feuertaufe über die Bühne.
Knapp 70 Kickerfreaks waren am Start, von denen die meisten aus Siegen und Umgebung, aber ebenso auch aus dem Ruhrpott, Köln oder Mannheim angereist waren. Austragungsort war das Jugendzentrum Blue-Box, die von den Jungs und Mädels des KC Dampfwalze Siegen klar und spielbereit gemacht worden war.
Besonders erbauend zu sehen war, dass Kickern nicht nur das ideale Spiel ist, unterschiedlichste Typen an einen Tisch zu bekommen, sondern auch verschiedene Generationen zusammenrücken lässt. So zockten in Siegen der erfahrene Haudegen aus Gelsenkirchen gegen den aufgeregten Turnier-Novizen aus dem Sauerland, und der überstylte Jugendzentrum-Stammgast konte sich mit dem Tischfussball-Weltmeister messen. Solche Konstellationen machte der Fair-4-All-Spielmodus möglich, bei dem die Teams in der Vorrunde zusammengelost werden und die Partien so auf ein ausgeglichenes Spielniveau bringt.

Nicht nur bei der Organisation, auch im Turnier waren die Dampfwalzen, die eine Handvoll sehr starker Spieler in ihren Reihen haben, sehr präsent. Auch ihre Nachwuchsabteilung, die vor allem durch die beiden Kicker-Kids Osman (14) und Tugrul (15) vertreten war, machte schwer Eindruck. Die Gruppe wird seit einem halben Jahr von Daniel Trippe trainiert und hat bereits ein technisch wie taktisch ansehliches Spiel entwickelt. “Früher haben wir einfach immer draufgezogen und uns nicht viel dabei gedacht”, sagt Osman, “mit der richtigen Technik spielt man viel lockerer und die Schüsse knallen noch besser.”
Ein Highlight des Tages war das Finale des Fair-4-All-Turniers, in dem Peter Niesar (Siegen) und Robert Mulch (Gießen) angetreten waren gegen Daniele Aprile (Mannheim) und Hakan Oku (Siegen). Jeder Teilnehmer hatte in der Vorrunde gegen mindestens einen der Finalisten gespielt und hatte so seine Erwartungen. Doch das mit Spannung erwartete Endspiel entwickelte sich zu einer ziemlich einseitigen Angelegenheit. Daniele und Hakan harmonierten am Tisch wie ein altes Ehepaar und ließen ihre Gegner damit ziemlich unglücklich aussehen. Die versuchten es beim schnellen 0:3 im ersten Satz mit einem Panikwechsel, der aber auch nix brachte. 5:0 holte sich die Siegen-Mannheim-Conection den ersten Satz. Ähnlich der zweite Durchgang. Beim 4:0 gelang Peter, der in der Vorrunde noch mit zornig verwandelten Abrollern mächtig Eindruck gemacht hatte, und seinem Partner der Ehrentreffer. Kurz darauf bekamen Daniele und Hakan dann aber auch schon die Siegerpokale überreicht.

Die Siegener Gastgeber hatten nach der Feuertaufe noch in ihr Headquarter, das Walzenwerk, geladen, wo noch bis in die Morgenstunden – man spricht von 6 Uhr – weitergezockt wurde. Besser hätte der Auftakt zur neuen Fireball-Tour nicht ausklingen können.
Weitere Bilder gibt es – vorerst verzerrt – im Tischkickerblog.
Die Punkteberechnung ist im vollen Gang, das Ranking stellen wir in den nächsten Tagen online …
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