Prinzip Fairplay
Unter Kicker-Kumpels geht’s ja noch, ebenso, wenn die Cracks unter sich sind. Wie aber bekommt man ein ausgeglichenes Turnier hin, wenn Tischfußballer mit ganz unterschiedlichen Skills zusammentreffen?
Dass der eine besser ist als der andere – worin auch immer – ist ja nicht nur das Normalste der Welt, sonder auch Grundlage aller Spiel- und Sportarten. Gerade beim Tischfussball zeigt sich aber, dass die Kluft zwischen Leuten, die gelegentlich spielen, und denen, die regelmäßig kickern, oft enorm ist. Das führt in der Regel dazu, dass sich beide Lager aus dem Weg gehen, die einen nämlich zum Spaßkickern in die Kneipe, die anderen zur sportlichen Betätigung in den Hobbykeller oder ins Klubheim.
Es geht aber auch anders. Im kickerkulturell ja immer sehr fortschrittlichen Hamburg hat Edwin Wagner über Jahre hinweg ein Spielsystem zur Reife gebracht, das nicht nur unterschiedliche Spielstärken einigermaßen egalisiert, sondern auch noch den elementaren Reiz des Tischfussballs betont, nämlich den kommunikativen Austausch.
Angefangen hat alles vor fast zehn Jahren, als Edwin in eine Kieler Spelunke namens „Tanzdiele“ geraten war, in der man an zwei Löwen-Tischen zockte. „Dort wurden die Teams nach jeder Runde neu zusammengelost“, erinnert sich Edwin. „Weil nicht so viele Leute mitspielten, ging das noch mit Zetteln und einem Topf für die Lose.“ In Kiel nannten sie dieses Spielsystem „Catenaccio“.
Damals gab es am Hamburger Berg, dort wo heute das hanseatische Kickerherz pumpt, schon eine kleine Tischfussball-Szene. Edwin wollte das „Catenaccio“ hier ausprobieren – bei einem größeren Turnier, mit zehn Tischen und um die 100 Teilnehmer. Das Kieler System eröffnete die Chance, fortgeschrittene und unerfahrene Spieler gleichermaßen zur Teilnahme zu motivieren. Außerdem garantierte es jedem eine Mindestanzahl an Spielen, und ganz nebenbei lernt man beim ständigen Partnertausch sehr schnell, sehr viele Leute kennen.
In der „Tanzdiele“ war ein Turnier eine übersichtliche Angelegenheit. Um aber eine große Veranstaltung wie am Hamburger Berg geordnet über die Bühne zu bringen, musste Software her. Und so entwickelte Edwin ein auf Excel basierendes Programm, das sich flexibel auf unterschiedliche Turniergrößen einrichten ließ. Das System bekam den Namen „Fair4All“ und entwickelte sich über die Jahre weiter. Bewährt hat es sich mittlerweile im regelmäßigen Einsatz in den Kickerkneipen auf St. Pauli, der Bar Centrale, dem Roschinsky’s, der BAR (heutiges Headcrash) und schließlich bei der Kickerkralle-Turnierreihe.
Wie das Fair4All genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. Wer Fragen zum Spielsystem hat oder es auch gerne mal ausprobieren will, kann Edwin über seine Liga-Mannschaft, die HTFC Gadgettos, erreichen.


Juli 10th, 2009 at 11:41
[...] (Merheimer Straße 324, 50733 Köln) die zweite Feuertaufe statt. Los geht es um 14 Uhr mit dem Fair-4-All-Turnier. Anschließend, so gegen 18 Uhr, startet das Offene [...]
August 15th, 2009 at 15:15
[...] umfasst zwei Wettbewerbe: Samstags (12 Uhr) startet das Fair-4-All-Turnier, bei dem durch ein ausgeklügeltes Spielsystem die Chancen für Anfänger und Fortgeschrittene weitgehend ausgeglichen sind. Sonntags (15 Uhr) [...]