Achterbahn in Hamburg
Die Feuertaufe an der Waterkant hatte einige Überraschungen parat – leider auch ganz böse.

Was mit einem Traumstart begann, sollte sich zum Alptraum wandeln. In den frühen Morgenstunden des ersten Turniertags war die Fireball-Crew mit dem Flieger von Stuttgart nach Hamburg geschwebt. Mit an Bord: die Bundesliga-Truppe von St. Pauli, die am Vorabend den Karlsruher SC aus seinem Stadion gefegt hatte. 4:0-Auswärtssieg, Tabellenführung, Schnappschüsse mit den Fans, über den Wolken alles vom Feinsten. Beschwingt ging es weiter in den Veritas Beach-Club nach Harburg. Dort dann die Bruchlandung: Hier sind keine Kickertische angekommen. Zwei Paletten hat die Spedition abgeliefert, die mit den Spielgeräten fehlen.

Rote Köpfe, hektische Telefonate. Die Notrufnummer des Spediteurs ist nicht besetzt. (Wo die acht Fireball-Tische verblieben sind, war dort bis Dienstag nicht herauszubekommen. Wer sie findet, darf einen behalten.) Ersatztische organisieren, das Turnier verlegen? Anruf bei Björn Brose, Kopf von Kickern-in-Hamburg und Mitgründer des Kickertreffs in der 3-Zimmerwohnung. Der Kickerkeller mit seinen acht scheckheftgepflegte P4P-Tische steht Sonntag zur Verfügung, sagt der. Durchatmen. Aber geht das überhaupt, eine Feuertaufe auf Lehmacher-Tischen? Nach kurzem Beratschlagen ist beschlossen: Kickerspaß geht vor, egal auf welchem Tisch. Die Feuertaufe steigt in der 3-Zimmerwohnung!

Mit 54 Teilnehmern war das unterirdische Kickerstadion am Kiez gut gefüllt und die Stimmung – der ärgerlichen Vorgeschichte zum Trotz – astrein. Oktay Mann, der das Turnier in Hamburg leitete, hat in seiner Tischfußball-Karriere zwar schon an tausenden von Kickertischen gestanden, in der 3-Zimmerwohnung war er bis dahin aber noch nicht gewesen. „So stell ich mir einen Kickerkeller vor“, lobte der internationale Champion, „super Flair und einfach nur geil.“

Als wären das noch nicht genug Überraschungen gewesen, gab es noch einmal fetten Nachschlag. In der 3-Zimmerwohnung traf Oktay völlig unverhofft einen Kickerkollegen, den er auf einen Turnier in China kennengelernt hatte: Ansgar Niebuhr. „Ich wusste gar nicht, dass der aus Hamburg ist“, so Oktay, „geschweige denn, dass der zum Turnier kommt.“ Wie es der Kickergott so will, schaffte es Ansgar dann auch bei der Verlosung des Ullrich-Kickers in die Endrunde, bei der drei Kandidaten im Streichholz-Ziehen gegeneinander antraten. Wer am Ende das längste Stäbchen triumphierend hochhielt, dürfte wohl klar sein. Glückwunsch, Ansgar!

Gekickert wurde natürlich auch noch. Während er in der Vorrunde des Fair-4-All noch überraschend auf Platz zwei rangierte, machte Silberrücken Björn Brose in der Endrunde alles klar und holte sich zusammen mit Katharina Vierk den ersten Platz. Hinter ihnen landeten Wiland Arlt und Daniel Lexau auf Rang zwei, Nele Neumann und Guido Böhm wurden Dritte, Patrick Bittinger und Volker Neubauer schafften es auf Platz vier. Weil es beim Fair-4-All vor allem um den Spaß am Kickern und ums Dabeisein geht, gab es für den Letztplatzierten einen Extra-Preis. Christian Ring, der sich mit 1:25 Punkten und 15:44 Toren den Ehrenplatz sichern konnte, darf sich nun auf ein Kicker-Seminar im Schwabenland freuen, bei dem er in kleiner Runde von Oktay Mann und Thierry Müller ein Wochenende lang geschult und trainiert wird. Verpflegung und Unterbringung im Hotel Schönbuch inklu. Spätestens jetzt waren die Strapazen der Wochenendes für einen Moment vergessen, und im Keller unterm Kiez schwappte die La-Ola-Welle.
Nachtrag: Wie sich gerade (Freitag, 14:24 Uhr) herausstellt, sind die Tische nach über einwöchiger Odyssee wieder in Karlsruhe angekommen. Die Spedition konnte bisher lediglich den Freitag vorm Turnier als Liefertermin bestätigen, war aber nicht in der Lage zu sagen, wo genau die Paletten auf dem Weg nach Hamburg hängen geblieben sind. Das Wiedersehen macht leider auch nur bedingt Freude: Nach der kleinen Deutschland-Rundfahrt sind bei fünf der acht Tische die Stangen unspielbar verbogen.

Veröffentlicht in AKTUELLES

September 7th, 2009 at 14:20
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September 10th, 2009 at 19:37
[...] ihre Kosten. Für die Feuertaufe müssen Leonhart- und Garlando-Geräte Platz machen, denn nach der Hamburger Ausnahme-Taufe spielen wir selbstverständlich wieder auf Fireball-Tischen. Und damit sich zwischen den Spielen [...]